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Wie lange kann das noch so funktionieren?

Oder: Warum der Hase gegen den Igel zunehmend geringere Chancen hat.

Nicht nur im Beruflichen sondern auch im Privaten heißt es in der heutigen Zeit in vielen Lebenssituationen: immer schneller – immer höher – immer weiter. In den letzten Jahren hat sich wie von selbst eine zusätzliche konsumorientierte Komponente addiert. So ergänzen wir zwangsweise den vierten Punkt „IMMER MEHR!“.

Um unsere mannigfaltigen Ziele zu erreichen, wird an der Leistungsgrenze geschraubt und manipuliert, „was das Zeug hält“, in der Hoffnung, irgendwann sein Ziel zu erreichen.

Kennen Sie eigentlich noch IHR Ziel?

Mal ehrlich: Wenn Sie morgens zum Arbeitsbeginn einen klaren Weg vor Augen haben, ist dieser spätestens zur Mittagszeit mit dem Baustellenschild „Umleitung“ versehen, da sich bereits viele neue Aufgaben und kleine Umwege in den Vordergrund drängen und um Lösung betteln. Der Hauptgrund für diese Odyssee liegt im Multimedialen. Wer ist schon so diszipliniert und lässt sich von E-Mail- und Smartphone-Kommunikation nicht ablenken? Mit jeder „What‘s App“ oder einem weiteren Facebook-Treat verzweigt sich das Kanalsystem unserer Aufgaben weiter und fügt neue Impulse hinzu. Fragen Sie sich dann mal am Ende desselben Arbeitstages, ob Sie ihr ursprüngliches Ziel erreicht haben. Und so geht es den lieben langen Tag weiter. Tagein-tagaus; fünf Tage die Woche. Um dieser neuen Anzahl von Zielen und Aufgaben gerecht zu werden, brauchen Sie idealerweise mehr Konzentration und Leistung. Aber wie?

Wir setzen uns ständig selbst unter Druck, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. So wird von einem Termin zum nächsten gehetzt; und wie wird man solchen Situationen schließlich wieder Herr? Stellt man sich diese Frage, ist noch nicht alles verloren, denn wir erkennen, dass etwas „nicht rund läuft“ und tun das, was schon unsere Vorfahren taten: Wir erarbeiten Lösungen. Leider suchen viele (gerade Berufstätige und Studenten) nach Möglichkeiten in der Pharma-Industrie. „Leistungsdroge“ ist das Stichwort, das nicht nur mehr im Hochleistungssport angesiedelt ist, sondern zunehmend den Arbeitsalltag erobert.  Was waren da noch die 70er Jahre, wo man Drogen ausschließlich zur Entspannung nahm…

Zugegeben, das klingt jetzt etwas seltsam und ist grundsätzlich keine Rechtfertigung für den Konsum derartiger „Wundermittel“. Sinnesverändernde oder -erweiternde Medikamente oder Stoffe können NIEMALS unschädlich sein, das sollte an dieser Stelle wohl noch einmal Erwähnung finden. Der Konsum geht entsprechend so lange, bis der Körper endgültig streikt. Die eigenen Warnsignale werden einfach ignoriert – darin sind wir alle sicherlich Meister.

Folgender Vorschlag (sofern Sie sich überhaupt angesprochen fühlen):

Wie wäre es denn, anstatt die Warnsignale einfach mal alles andere um uns herum auszuschalten? Und wenn auch nur für eine kurze Zeit. Gerade jetzt, wo sich das Jahr mal wieder dem Ende zuneigt, wäre doch eine passende Gelegenheit, dem (zumeist selbst auferlegten) Druck nach zu geben, einfach mal nichts zu tun, ein Buch zu lesen und zu genießen. Hände weg vom Smartphone, das Mail-Programm bleibt zu und der Computerbildschirm dunkel. Sie werden sehen – es funktioniert.

Unser logisches Fazit sollte also lauten: Kleine Ziele stecken, nicht den Weg aus den Augen verlieren und auch mal trauen, einfach „nein“ zu sagen. Mehr braucht es nicht. Diese kleinen Lebensgeister sollte man nicht nur in der Vorweihnachtszeit berücksichtigen – wir leben gesünder (und voraussichtlich auch länger), wenn wir unseren Tages-Rhythmus anpassen und unser Arbeitspensum ausgleichen. Denken Sie immer an den oben angeführten Igel aus dem Kindermärchen: Am Ende hat er die Nase vorn: Intelligenz siegt vor Endorphin.