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Deutsche Grammatik: Der Oma ihr Hund

Der Oma ihr Hund – oder warum hin und wieder doch an den Genitiv erinnert werden sollte!
Neulich in der Stadt, da hörte ich es wieder:"Das ist der Oma ihr Hund." – der bitte was? Ich drehte mich um und konnte sehen wie selbst dem Hund ein kalter Schauer über den Rücken lief. Kurz davor den Satz vorschriftsmäßig zu korrigieren riss ich mich noch zusammen, gab "dem Hund sein Streicheleinheit" und verschwand. Ganz schnell. Kennen Sie dieses Gefühl, oder geht es nur mir so?

Auch eine Verabredung musste vor kurzem "wegen dem Regen" abgesagt werden; die Kombination aus "wegen" und Dativ löst ihn mir die selbe Reaktion aus, wie quietschende Kreide auf einer Tafel – Gänsehaut!

Zwar ist die Dativ-Variante inzwischen anerkannt und steht sogar als Alternative im Duden, sie gilt aber dennoch als umgangssprachlich. Es sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass es Ausnahmefälle gibt. Dennoch: Für mich ist der Dativ keine Alternative! Als Kind hat mich die ständige Korrektur meiner Eltern natürlich unglaublich genervt. Und wirklich verstanden haben ich es auch nicht, denn schließlich konnten sie doch verstehen was ich wollte. Kann man nicht sprechen, wie man möchte? Klar kann man...muss man aber nicht. Rotwein kann man auch aus der Flasche trinken – schmeckt aber nicht. Und genau das ist es: die kleinen Feinheiten, die einen großen Unterschied machen.

Genauso sehe ich es mit dem Genitiv: Eine kleine Feinheit im deutschen Sprachgebrauch, die das korrekte Erlernen einer Sprache wieder zu etwas Großartigem macht. Verstehe Sie mich nicht falsch: Ich bezeichne mich selber nicht als Sprachgenie und ziehe den Hut vor unseren ausländischen Mitbürgern, die versuchen, der komplizierten Grammatik der deutschen Sprache Herr zu werden. Lassen Sie uns hin und wieder an den Genitiv erinnern – vielleicht bleibt er uns so noch etwas länger erhalten.